Was ist die Pagan Federation International?

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Die Geschichte beginnt mit der Pagan Federation in England. Sie wurde 1971 gegründet. Ziel war und ist, über das Heidentum zu informieren, Mißverständnisse auszuräumen und sich für die Rechte der Heiden einzusetzen – auch wir wollen unsere Religion frei und unzensiert ausüben können. Um dies zu erreichen organisiert die Pagan Federation Veranstaltungen für Mitglieder und auch öffentliche Events. Sie pflegt persönliche Kontakte mit Mitgliedern und der heidnischen Bewegung, gibt vierteljährlich ein Magazin, den Pagan Dawn, heraus und hält eine jährliche Konferenz in London (England) im November.

Die Pagan Federation International besteht außerhalb des Vereinigten Königreichs seit 2006 als eigenständige Organisation. Wie ihr Gegenstück in Großbritannien veranstaltet sie in vielen Ländern öffentliche Treffen über das Jahr verteilt.

Die PFI bevorzugt keine bestimmten Richtungen des Heidentums und nimmt auch nicht für sich in Anspruch, alle Heiden zu repräsentieren. Unsere Mitglieder kommen aus allen Zweigen des Heidentums, sind mindestens 18 Jahre alt und unterschreiben für die drei Grundprinzipien der Pagan Federation:

  • Liebe für und Verbundenheit mit der Natur. Verehrung der Kraft des Lebens und des sich immer erneuernden Zyklus von Leben und Tod
  • Eine positive Moral, in der jeder individuell verantwortlich ist, seine wahre Natur in Harmonie mit der äußeren Welt und Gesellschaft zu entdecken und zu entwickeln. Dies wird oft ausgedrückt als „Tu was du willst, solange es niemandem schadet“.
  • Anerkennung des Göttlichen über Geschlechter hinaus – sowohl des weiblichen wie auch männlichen Aspektes des Göttlichen.

 

Geschichte

Die Pagan Federation existiert ununterbrochen seit 1971 und veröffentlicht ihr Magazin „Pagan Dawn“ (früher „The Wiccan“) seit 1969. Die Auflage wuchs seither auf über 3000 Exemplare pro Quartal. Das macht die Pagan Federation zu einer der größten und ältesten Organisationen ihrer Art in Europa.

Der ursprüngliche Zweck waren Kampagnen gegen Ignoranz und negativen Einstellungen gegenüber dem Heidentum, die damals in England weit verbreitet waren und auch heute noch in verschiedenen Formen zu finden sind.

Um dieses Ziel zu erreichen musste ein Netzwerk Gleichsinnter geschaffen werden. Daher lag der zweite Hauptaugenmerk der PF darauf, Kontakte zwischen Heiden herzustellen, damit diese sich austauschen können. Dieses Netzwerk umfasst heute alleine in Großbritannien über 40 Regional-Koordinatoren und zahlreiche lokale Organisatoren, die mit ihrer Arbeit sowohl die Mitglieder als auch die heidnische Bewegung insgesamt unterstützen.

Bis heute sind dies die zwei Standbeine, die sich jedoch im Laufe der Zeit weiter entwickelt haben. Auch heutzutage kann es schwierig sein, sich als Heide „zu outen“, vor ein paar Jahrzehnten war es aber so gut wie unmöglich. Diese veränderte Wahrnehmung, zu der auch die Pagan Federation beigetragen hat, gibt uns heute die Möglichkeit, proaktiv und nicht mehr im Geheimen das Heidentum zu leben.

 

Funktion und Aktivitäten

Die Aktivitäten der Pagan Federation in Großbritannien umfassen beispielsweise die Unterstützung der heidnischen Bewegung sowie öffentliche Veranstaltungen. Viele weitere Regionen haben in der Zwischenzeit Konferenzen und die Meisten ihren eigenen Newsletter, um die Mitglieder über lokale Aktivitäten auf dem Laufenden zu halten.
Es gibt eine Anzahl kleinerer Veranstaltungen wie Stammtische, Diskussionsgruppen, Workshops, Ausflüge und Besuche von alten, heiligen Stätten, damit die Mitglieder mehr über ihre Heidnische Vergangenheit lernen und Gleichgesinnte treffen können.

Die Aktionen aus den Anfängen gibt es weiterhin. Die PF betreibt eine Anti-Diffamierungs-Sektion, um das Heidentum gegen Mißbrauch und Fehlinterpretationen z. B. durch Medien zu schützen. Gleichzeitig bekämpft die Abteilung Diskriminierung von Heiden durch die Obrigkeit.
Als Quelle für die Medien hat es die Pagan Federation jedes Jahr mit hunderten von Anfragen von Radio, Fernsehen, Zeitungen und Magazinen zu tun, denen genaue und zuverlässige Informationen geliefert werden.

Durch die aktive Arbeit der Pagan Federation wird das Heidentum inzwischen als vollwertige Religion von „Religions in the UK“, dem Verzeichnis des interreligiösen Netzwerks in Großbritannien, geführt. Auch das britische Innenministerium hat das Heidentum als Religion anerkannt, deren Anhänger das Recht auf spirituelle unterstützung ebenso haben wie alle anderen Religionen.
Darüber hinaus gibt es Mitglieder der PF, die inhaftierte Heiden im Gefängnis besuchen und ein ähnlicher Service existiert für Heiden im Krankenhaus. Dies sind auch hilfreiche Beispiele beim Umgang mit Regierungsstellen.

Leider sind wir in vielen Teilen der Welt noch nicht so weit wie in Großbritannien. Dies zu ändern hat sich die Pagan Federation International mit ihren Sektionen in fast allen Ländern der Welt vorgenommen.
Auch wir in Deutschland arbeiten daran, eine breite Plattform für das Heidentum ganz allgemein zu schaffen. Egal ob Freifliegende/r, Druide, Barde, Schamane oder Wicca – alle sind uns willkommen. Wir wollen keine „Dachorganisation“ sein, sondern im Gegenteil – die Basis, ein breites, stabiles Fundament, das das Heidentum stützt.

Wir arbeiten darauf hin, dass eines Tages alle Heiden ihren Glauben offen leben können, ohne diskriminiert zu werden. Unser Ziel ist Toleranz, Respekt und Anerkennung für das Heidentum.